Skyguide - Ausgewählte Objekte für jede Jahreszeit

Der Skyguide soll in erster Linie Anregungen für eigene Beobachtungen geben und wird dabei jährlich für jede Jahreszeit ausgewählte Objekte kurz beschreiben. Es werden dabei sowohl leichte als auch schwierige Objekte ausgewählt. Wie schwer ein Objekt letztlich ist, hängt natürlich von verschiedenen Faktoren ab, vor allem der Himmelsqualität, Teleskopöffnung und Erfahrung.

Zu jedem Objekt werden die wichtigsten Informationen in Kurzform angegeben. Ergänzt werde diese durch Fotos oder Zeichnungen. Desweiteren ist eine Karte, erstellt mit der freien Software Cartes du Ciel (Skychart), für die grobe Orientierung vorhanden. Im Allgemeinen empfehle ich aber, eigene Aufsuchkarten zu erstellen. Die visuelle Beschreibung des Objekts basiert weitestgehend auf eigenen Beobachtungen und soll lediglich als Anhaltspunkt dienen.

I - Frühling II - Sommer III - Herbst IV - Winter
2014 - skyguide-de-2014-2.pdf skyguide-de-2014-3.pdf skyguide-de-2014-4.pdf
2015 skyguide-de-2015-1.pdf skyguide-de-2015-2.pdf skyguide-de-2015-3.pdf skyguide-de-2015-4.pdf
2016 skyguide-de-2016-1.pdf skyguide-de-2016-2.pdf skyguide-de-2016-3.pdf skyguide-de-2016-4.pdf
2017 skyguide-de-2017-1.pdf skyguide-de-2017-2.pdf skyguide-de-2017-3.pdf skyguide-de-2017-4.pdf
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2020 skyguide-de-2020-1.pdf skyguide-de-2020-2.pdf skyguide-de-2020-3.pdf skyguide-de-2020-4.pdf
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Skyguide 2022-3 (Herbst)

von Robert Zebahl & René Merting
Skyguide 2022-3 - Chart
Karte erstellt mit Cartes du Ciel

Skyguide 2022-3 - Messier 33
Messier 33 – Fotografie von David Wemhöner, 10-Zoll-Newton (f/4,7), ZWO ASI294MC PRO (color), 15 Stunden Belichtungszeit, Norden ist oben rechts

In dieser Tour bewegen wir uns auf kleinem Raum in dem Sternbild Dreieck (lat. Triangulum), welches zwischen Andromeda und Widder gelegen ist. Der Name und die Größe lassen ein modernes Sternbild vermuten, doch gehört es zu den klassischen 48 Sternbildern und ist seit der Antike bekannt. Der hellste Stern, Beta Trianguli, besitzt eine Helligkeit von 3m.0. Alpha Trianguli ist mit 3m.4 der zweithellste Stern und wird auch Mothallah bzw. Elmuthalleth (arabischer Ursprung, „Spitze des Dreiecks”) oder Caput Trianguli (lat. „Kopf des Dreiecks”) bezeichnet. Alle weiteren Sterne sind schwächer als 4m.0.

Neben lohnenden Galaxien (z.B. NGC 925, NGC 750/1 = Arp 166) und Doppelsternen (z.B. Iota Trianguli) ist das Sternbild vor allem durch Messier 33 (Dreiecks- bzw. Triangulumnebel) bekannt. Nach den beiden Magellanschen Wolken am Südhimmel und der Andromedagalaxie gehört Messier 33 mit 5m.7 zu den scheinbar hellsten Galaxien am Himmel und ist Teil der Lokalen Gruppe. Die Spiralstruktur wurde erstmals vom irischen Astronomen Lord Rosse (William Parsons) im Jahr 1845 beschrieben. Er beobachtete mit einem 72-Zoll-Spiegelteleskop, welches im gleichen Jahr in Betrieb genommen wurde und den inoffiziellen Namen Leviathan trägt. Wenige Wochen zuvor beobachtete er ebenfalls Spiralarme in Messier 51. Allerdings wurden diese Beobachtungen lange Zeit von Astronomen angezweifelt.


Skyguide 2022-3 - Messier 33 (labeled)
Messier 33 – Aufnahmedaten wie oberes Bild, invertiert und beschriftet von Robert Zebahl

Aufgrund der Helligkeit lässt sich Messier 33 unter entsprechend dunklem Himmel recht gut mit freiem Auge beobachten und erscheint als matter Nebel. Mit etwas Erfahrung lässt sich ebenfalls die ovale Form erkennen. Die Galaxie ist in jedem Instrument einschließlich dem Fernglas beeindruckend und offenbart bei genauer Beobachtung in einem mittelgroßen Teleskop auch die Spiralstruktur. Doch lassen sich auch Einzelobjekte in Messier 33 beobachten. Es handelt sich überwiegend um HII-Regionen bzw. Sternassoziationen. Die meisten Objekte sind im New General Catalogue (NGC) oder Index Catalogue (IC) enthalten. UHC-Filter können bei der Beobachtung der HII-Regionen hilfreich sein. Die hellste HII-Region ist NGC 604 (12m.0) am Nordostrand von Messier 33 und ist gut mit etwa 4 Zoll Teleskopöffnung als runder, kompakter Nebel sichtbar. Mit zunehmender Teleskopöffnung und Vergrößerung können auch Details beobachtet werden. NGC 604 wurde bereits 1784 von William Herschel entdeckt.

Für die nächsten drei Objekte aus dem NGC wird eine Teleskopöffnung von ca. 8 Zoll sowie hohe Vergrößerung empfohlen. Des Weiteren ist eine genaue Aufsuchkarte erforderlich. Als Entdecker dieser drei Objekte wird übrigens der deutsch-dänische Astronom Heinrich Louis d’Arrest genannt, welcher diese in den Jahren 1861 (NGC 588 & NGC 592) bzw. 1864 (NGC 595) erstmals beobachtete. Die HII-Region NGC 595 (13m.1) liegt nordwestlich des Zentrums inmitten des Halos. Sie erscheint im 8-Zoll-Dobson zumindest als ovale, kleine Aufhellung. Bewegen wir uns weiter westlich des Zentrums von Messier 33, kommen wir zu NGC 592 (13m.0). Es handelt sich um eine HII-Region und große Sternassoziation. Auffällig sind dabei zwei helle Knoten mit einem Abstand von knapp 25". Unter welchen Bedingungen sind diese Knoten visuell sichtbar? Noch weiter westlich außerhalb des Halos finden wir NGC 588 (13m.5). Auch hier wird man in mittleren Teleskopen lediglich eine kompakte, eher schwache Aufhellung erkennen.

Darüber hinaus gibt es noch über ein Dutzend weiterer HII-Regionen, welche größtenteils vom französischen Astronomen Camille Guillaume Bigourdan im Jahr 1889 entdeckt wurden. Es gibt in Messier 33 viel zu entdecken, sodass man ganze Abende damit füllen kann. Wer etwas Abwechslung sucht und lieber extragalaktische Kugelsternhaufen beobachten möchte, wird in Messier 31, der Andromedagalaxie, fündig. Der bekannteste Kugelsternhaufen ist Mayall 2 (G 1) deutlich außerhalb des Halos von Messier 31 und kann bereits gut mit 6 Zoll Teleskopöffnung als sehr kompakte Aufhellung gesehen werden. Deutlich einfacher ist die sehr große Sternassoziation NGC 206, welche auf Fotografien deutlich hervortritt.

Wie immer wünschen wir viel Freude und Entspannung bei der Beobachtung.