Skyguide - Ausgewählte Objekte für jede Jahreszeit

Der Skyguide soll in erster Linie Anregungen für eigene Beobachtungen geben und wird dabei jährlich für jede Jahreszeit ausgewählte Objekte kurz beschreiben. Es werden dabei sowohl leichte als auch schwierige Objekte ausgewählt. Wie schwer ein Objekt letztlich ist, hängt natürlich von verschiedenen Faktoren ab, vor allem der Himmelsqualität, Teleskopöffnung und Erfahrung.

Zu jedem Objekt werden die wichtigsten Informationen in Kurzform angegeben. Ergänzt werde diese durch Fotos oder Zeichnungen. Desweiteren ist eine Karte, erstellt mit der freien Software Cartes du Ciel (Skychart), für die grobe Orientierung vorhanden. Im Allgemeinen empfehle ich aber, eigene Aufsuchkarten zu erstellen. Die visuelle Beschreibung des Objekts basiert weitestgehend auf eigenen Beobachtungen und soll lediglich als Anhaltspunkt dienen.

I - Frühling II - Sommer III - Herbst IV - Winter
2014 - skyguide-de-2014-2.pdf skyguide-de-2014-3.pdf skyguide-de-2014-4.pdf
2015 skyguide-de-2015-1.pdf skyguide-de-2015-2.pdf skyguide-de-2015-3.pdf skyguide-de-2015-4.pdf
2016 skyguide-de-2016-1.pdf skyguide-de-2016-2.pdf skyguide-de-2016-3.pdf skyguide-de-2016-4.pdf
2017 skyguide-de-2017-1.pdf skyguide-de-2017-2.pdf skyguide-de-2017-3.pdf skyguide-de-2017-4.pdf
2018 skyguide-de-2018-1.pdf skyguide-de-2018-2.pdf skyguide-de-2018-3.pdf skyguide-de-2018-4.pdf
2019 skyguide-de-2019-1.pdf skyguide-de-2019-2.pdf skyguide-de-2019-3.pdf skyguide-de-2019-4.pdf
2020 skyguide-de-2020-1.pdf skyguide-de-2020-2.pdf skyguide-de-2020-3.pdf skyguide-de-2020-4.pdf
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Skyguide 2021-3 (Herbst)

von Robert Zebahl & René Merting
Skyguide 2021-3 - Chart
Karte erstellt mit Cartes du Ciel

Skyguide 2021-3 - 1
NGC 7293 (Helixnebel) – Quelle: DSS

Diese Tour bewegt sich nahe der Grenze zwischen Aquarius (Wassermann) und Capricornus (Steinbock) recht weit im Süden. Beobachter in den nördlichen Breitengraden müssen sich also auf recht niedrige Objekthöhen einstellen.

Das südlichste und wahrscheinlich beeindruckendste Objekt ist der Helixnebel (NGC 7293). Unter den planetarischen Nebeln hat er den größten scheinbaren Durchmesser. Aufnahmen verschiedener Großteleskope zeigen unzählige Details innerhalb des Nebels. Mit einer scheinbaren Gesamthelligkeit von 6m3 ist er zwar hell, erscheint aber aufgrund seiner Größe recht schwach. Nebelfilter (UHC & [OIII]) sind von großem Vorteil, wobei der [OIII]-Filter am besten wirkt. Unter dunklem Landhimmel und guter Horizontsicht darf gerne ein mittelgroßes Fernglas zur Hand genommen werden. In einem 16x70 Fernglas mit UHC- und [OIII]-Filter hinter den Okularen erscheint der Helixnebel als große, runde, homogene Aufhellung. In Teleskopen wird auch mit zunehmender Öffnung die Ringstruktur sichtbar. Ein fantastisches Objekt für nahezu jedes Instrument, sofern die Bedingungen hinreichend gut sind.

Einfacher dürfte der östlich gelegene Kugelsternhaufen Messier 30 im Steinbock sein. Er ist mit einer Gesamthelligkeit von 7m7 nicht übermäßig hell, aber sehr kompakt und erscheint im Fernglas als kleines Nebelfleckchen. In einem mittelgroßen Teleskop ab etwa 8 Zoll lässt sich der Kugelsternhaufen gut beobachten. Auffällig sind dabei zwei Sternketten, welche im spitzen Winkel zueinander aus dem Sternhaufen herausragen. Um den Sternhaufen teilweise in Einzelsterne aufzulösen, bedarf es größerer Teleskope. Wem Messier 30 zu hell ist, der darf sich gern an dem Kugelsternhaufen Palomar 12 versuchen. Er befindet sich nordöstlich von Messier 30 in einem Winkelabstand von knapp 2,5°.


Skyguide 2021-3 - 2
NGC 7009 (Saturnnebel) – Zeichnung von Mathias Sawo an einem 14-Zoll-Dobson

Der Kugelsternhaufen Messier 2 ist das nördlichste der hier vorgestellten Objekte und mit 6m2 am einfachsten zu beobachten. Auch hier genügt ein Fernglas. Im Teleskop zeigt sich der Sternhaufen stark konzentriert und je nach Teleskopöffnung lassen sich Einzelsterne beobachten. Mit etwa 100.000 Mitgliedern gehört Messier 2 zu den sternreicheren Sternhaufen.

Westllich auf halber Strecke zwischen Messier 2 und Messier 30 ist der 9m0 schwache Kugelsternhaufen Messier 72 zu finden. Die erfolgreiche Beobachtung mit dem Fernglas erfordert zumindest dunklen Landhimmel, aber selbst dann bleibt es bei einem recht schwachen, kleinen Nebelfleck. Doch auch im Teleskop bleibt er meist ein diffuser Nebel und zeigt sich bei 12 Zoll Teleskopöffnung bestenfalls körnig. Richtung Osten können wir noch ein recht unspektakuläres Objekt aus dem Messier-Katalog beobachten: Messier 73. Es handelt sich hierbei lediglich um eine kleine Gruppe von Sternen zwischen 10m3 und 12m3. Aufgrund der geringen Abstände zueinander wirkt die Gruppe bei schwacher Vergrößerung leicht nebelig. Das dürfte erklären, warum dieses „Objekt” von Charles Messier in seinem Katalog aufgenommen wurde.

Nicht weit von Messier 73 entfernt kommen wir zu NGC 7009, auch bekannt als Saturnnebel. Mit einer Gesamthelligkeit von 8m0 und der geringen Winkelausdehnung ist der Saturnnebel bereits für das Fernglas erreichbar und erscheint bestenfalls als kleines, leicht unscharfes Sternchen. Er lässt im Teleskop hohe Vergrößerungen zu und zeigt sich als ovaler Nebel. Durch die hohe Flächenhelligkeit lässt sich auch etwas Farbe erkennen. Der Name des Nebels resultiert aus seinem Erscheinungsbild: die zu beiden Seiten heraustretenden Jets sollen an die Ringe des Saturns erinnern. Ab welcher Öffnung sind die Jets sichtbar? Mathias Sawo zeigt mit seiner Zeichnung, was unter sehr guten Bedingungen und 14 Zoll Teleskopöffnung machbar ist.

Wer lieber Saturn beobachten möchte, darf sich freuen: Im Herbst 2021 stehen die Planeten Jupiter und Saturn jeweils nur ca. 10° vom Saturnnebel entfernt. Der Abstand zu Saturn ist im Herbst 2022 sogar noch geringer.